Tipps und Trick rund um Linux

"Auf den Pinguin" bin ich bekommen, weil ich einfach mal etwas anderes als Windows ausprobieren wollte. Ich habe über die Jahre einige Erfahrungen mit Linux gesammelt und werde hier nach und nach einige Tipps und Tricks zur Installation und Konfiguration posten.

Attribution: lewing@isc.tamu.edu and The GIMP

Tipps und Trick rund um Linux

"Auf den Pinguin" bin ich bekommen, weil ich einfach mal etwas anderes als Windows ausprobieren wollte. Ich habe über die Jahre einige Erfahrungen mit Linux gesammelt und werde hier nach und nach einige Tipps und Tricks zur Installation und Konfiguration posten.

Attribution: lewing@isc.tamu.edu and The GIMP

Meine Erfahrungen mit Linux

Angefangen habe ich mit Ubuntu "Hardy Heron" (8.04 LTS) im Jahr 2011. Damals hatte ich mir noch ein Windows im Dual-Boot Modus installiert, auf späteren Linux Versionen lief immer noch eine VirtualBox mit Windows 7. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint angekommen und bräuchte die VirtualMachine eigenlich nicht mehr.

Alle meine Anwendungen laufen perfekt unter Linux: Grafik, Office, Multimedia, Videoschnitt.

Gegenüber Windows vermisse ich nichts und mit (aktuell) Linux Mint 17.1 "Rebecca" mit Cinnamon Desktop habe ich ein modernes, performantes, unabhängiges und quelloffenes System, das meiner Meinung nach in Funktion und Konfigurationsmöglichkeit denBetriebssystemen von Microsoft deutlich überlegen ist. Aber das ist nur meine Meinung und das muß jeder für sich selbst feststellen. Bei uns läuft jedenfalls inzwischen alles mit Linux: PCs, Hausautomation, Multiroom-Audio und Sat-Receiver.

Etwas anderes kommt mir nicht mehr ins Haus ;-)

Ein weiterer Vorteil von Linux ist: es gibt eine riesige Community und in vielen, vielen Foren bekommt man kompetete und freundliche Hilfestellung.

Multiscreen-Setup

Mehrere Monitore mit Linux

Bei aktuellen Linux-Distributionen ist der Multi-Monitor Betrieb in der Regel kein Problem.

Ich verwende 2 PCs mit jeweils einer NVDIA Eyefinity4 R7250 Grafikkarte.

Diese Karte wird von Linux perfekt unterstüzt. An PC1 verwende ich 3 Monitore und an PC2 3 Monitore und ein LCD-TV Gerät.

Die Eyefinity4 hat Displayport-Anschlüsse, diese habe ich entsprechend auf DVI und HDMI adaptiert.

In der Linux Treiberverwaltung (bei Mint: Menü-->Systemverwaltung-->Treiberverwaltung) habe ich den proprietären Treiber fglrx-updates gewählt, der empfohlene xserver-xorg-video-ati ist mit der Auflösung meiner Monitore nicht klargekommen.

Der "fglrx-updates"-Treiber installiert (wie bei Windows) das "AMD/ATI Catalyst Control Center". Damit ist das Monitor-Setup ein Kinderspiel:

Und ja - es ist "ein wenig nerdig"! Allerdings: an den vielen Platz kann man sich wirklich gewöhnen denn gerade bei komplexen Anwendungen - z.B. Videoschnitt - sind in der Regel immer viele Dateien gleichzeitig geöffnet. Das Arbeiten auf mehreren Bildschirmen schafft da deutlich mehr Übersicht als die Taskleiste.

Mint im OSX-Style

Mint im OSX-Style

Linux ist unglaublich vielfältig. Es gibt unzählige Distributionen und innerhalb dieser Distributionen verschiedene Desktop-Wahlmöglichkeiten. Ich habe mich wie bereits erwähnt für Linux Mint mit dem modernen Cinnamon-Desktop entschieden.

Die Möglichkeiten der Anpassung an Eure eigenen Wünsche bei diesem Desktop (und natürlich bei anderen auch) sind nahezu unbegrenzt: soll Euer Linux aussehen wie Windows? Kein Problem ! Ihr wollt das "look & feel" des "angebissenen Apfels"? Auch kein Thema !

Die Einstellungen dazu nehmt Ihr unter Menü --> Einstellungen --> Themen vor. Dort könnt Ihr Euch Euren Desktop-Look nach Wunsch zusammenstellen. Es gibt ausserdem die Option, sich weitere "Themes" aus dem Netz zu laden. Die Einstellungen könnt Ihr auch kombinieren: Fensterbuttons von Theme X, Fensterfarbe und Aussehen von Theme Y - ganz nach Wunsch:

Unter Menü-->Einstellungen-->Fenster könnt Ihr zusätzlich z.B. noch bestimmen wo welcher Fensterbutton sitzt und welche Funktion dieser haben soll:

Zum Schluß fehlt natürlich noch das "OSX-like"-Dock. Wer mag, installiert sich das Cairo-Dock über die systemeigene Anwendungsverwaltung. Auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten: verschiedene Größen, Designs, Animationen sind wählbar. Sucht einfach mal bei Youtube nach "Cairo Dock", da finden sich viele Beispiele.

 

Tipp: Einbinden einer NAS-Festplatte unter Linux

Wie man Netzwerkfestplatten dauerhaft Linux einbindet (="mounted")

Netzwerkfestplatten lassen sich relativ einfach in Linux einbinden.

So habe ich es für mein D-Link DNS 323 NAS gemacht:

Zuerst öffnest Du ein Terminal und darin einen editor ("sudo" sorgt für mit Administratorrechte, "nano" heisst der editor):

sudo nano

Mit diesem Editor erstellen wir uns eine Datei mit  folgendem Inhalt:

 

username=euer_user

password=euer_passwort

iocharset=utf8

 

Diese Datei speichern wir unter dem Namen .smbcredentials im Home-Verzeichnis des PCs und setzen dann

die Benutzerrechte:

 

sudo chmod 600 ~/.smbcredentials

 

Der Benutzername/das Passwort in dieser Datei muß natürlich dem Benutzer/dem Passwort entsprechen, der auf der Netzwerkplatte eingerichtet ist.

Um die Platte dauerhaft zu mounten, muß ein Eintrag in der Datei /etc/fstab erfolgen:

sudo nano /etc/fstab

Am Ende dieser Datei muß folgendes angefügt werden:

//IP_Adresse_der_Netzwerkplatte/Bezeichnung_des_Volumes_der_Platte /Mount-Punkt cifs credentials=/home/Benutzername/.smbcredentials,iocharset=utf8 0 0

 

Also zum Beispiel:

//192.168.0.xx/Volume_1 /home/Jochen/NAS-Platte cifs credentials=/home/Jochen/.smbcredentials,iocharset=utf8 0 0

 

bindet den Inhalt von Volume_1 der NAS-Platte mit der IP 192.168.0xx auf dem lokalen PC in den Ordner "NAS-Platte" ein.

Ihr müsst die Datei "fstab" dann abspeichern und den PC neu starten - danach sollte die Freigabe zu sehen sein.

Tipp: Wake-on-Lan mit Linux

Wake-On-LAN unter Linux einrichten

Zunächst muß im "Power-Management-Bereich" Eures Mainboards sichergestellt sein, dass der ausgeschaltete PC nicht in den Tiefschlaf verfällt sondern immer noch in der Lage ist, seine Netzwerkkarte "auf Standby" zu halten. Diese Einstellung ist je nach Mainboardhersteller unterschiedlich und findet sich in der Beschreibung Eures Mainboard unter Powermanagement, WOL, o.ä.

Sobald die Wake-On-Lan-Funktion am Mainboard aktiviert ist, kann das WOL im Linux eingerichtet werden.

So habe ich es gemacht:

Zuerst muß das Tool "ethtool" installiert werden:

 

sudo apt-get install ethtool

 

dann:

 

sudo ethtool -s eth1 wol g

 

Jetzt müssen noch zwei Dateien editiert werden:

sudo nano /etc/init.d/halt

In dieser Datei muss die Einstellung "Netdown" auf "NETDOWN=no" gesetzt werden

Damit die WOL-Funktion beim Neustart aktiv ist, muß die Datei /etc/rc.local editiert werden:

sudo nano /etc/rc.local

und dann dort den Eintrag

 

ethtool -s eth1 wol g

 

einfügen.

 

Jetzt kann der PC aus der Ferne aufgeweckt werden - z.B. mit Etherwake:

 

sudo etherwake MAC_Adresse_des_zu_weckenden_PCs

 

also

 

sudo etherwake xx:xx:xx:xx:xx:xx

 

 

Tipp: Desktop Audiostream per VLC-Player

Desktop-Audio auf andere Geräte streamen

 

Man kann mit dem einem Kommandozeilen-Befehl des VLC-Players ganz einfach den Ton des eigenen Desktop-PCs auf andere Geräte streamen.

Voraussetzung: installierter VLC-Client, Pulseaudio und Alsa

 

Zuerst musst Du den Audio-Monitor-Monitor Deiner Soundkarte finden. Dazu gibst Du in einem Terminal folgenden Befehl ein:

 

pacmd list-sources | awk '/name:.+\.monitor/'

 

Bei mir sieht der Output folgendermassen aus:

name: <alsa_output.pci-0000_01_00.1.hdmi-stereo.monitor>
name: <alsa_output.pci-0000_00_1b.0.analog-stereo.monitor>
name: <combined.monitor>

Der gesuchte analog-Output Monitor der Soundkarte heisst also

alsa_output.pci-0000_00_1b.0.analog-stereo.monitor

Dann müssen wir in unserer Firewall den Port 8081 öffnen:

 

sudo ufw allow from 192.168.0.0/24 to any port 8081 proto tcp

 

Fertig - die Kommandozeile zum starten des Streams lautet nun:

cvlc pulse://alsa_output.pci-0000_00_1b.0.analog-stereo.monitor :sout='#transcode{vcodec=none,acodec=mp3,ab=320,channels=2,samplerate=44100}:http{dst=:8081/pc-stream.mp3}' :no-sout-rtp-sap :no-sout-standard-sap

 

Im Prinzip kann jetzt jeder PC oder jedes Internetradio in Deinem Netzwerk diesen Stream wiedergeben.

Die Adresse lautet dann "http://IP_DEINES_PCs:8081/pc-stream.mp3"

 

Ich benutze das zum Beispiel, um die Audio-Wiedergabe meines PCs in mein Squeezebox-System einzubinden.

Quelle: http://confoundedtech.blogspot.de/2014/10/pc-audio-music-to-squeezebox-without.html

 

Tipp: Datenträger klonen mit dd

 

Datenträger klonen mit dd

Mit dem Kommandozeilentool "dd" ist es ganz einfach, einen Datenträger "bitgenau" zu klonen:

 

sudo dd if=/dev/sde of=Meine_ISO_Datei.iso bs=1M

(sde ist der Datenträger um den es geht, "if" steht für input-file, "of" für output-file".

Obiger Befehl klont also den Inhalt des Datenträgers sde in die Datei "Meine_ISO_Datei.iso"

 

Rückwärts geht es natürlich auch:

 

sudo dd if=Meine_ISO_Datei.iso of=/dev/sde bs=1M

 

Tipp: Raspberry Pi - statische IP-Adresse einstellen

 

Statische IP-Adresse für den Raspberry Pi einstellen

 

Um den Raspberry Pi mit einer festen IP-Adresse an Euer Netzwerk anzubinden müsst Ihr die

Datei /etc/network/interfaces editieren. Also zum Beispiel mit dem editor "nano":

sudo nano /etc/network/interfaces

In diese Datei müsst Ihr dann folgendes eintragen:

iface eth0 inet static
    address 192.168.0.120
    netmask 255.255.255.0
    gateway 192.168.0.1

(Die IP-Adresse muß natürlich die von Euch gewünschte sein und das Gateway die Gateway-Adresse Eures Routers)

 

 

 

 

Dann: Neustart und fertig !

 

Tipp: Raspberry Pi - Deutsches Tastaturlayout einstellen

 

 

Deutsches Tastatur-Layout auf dem Raspberry Pi einstellen

Um auf Eurem Raspi das Deutsche Tastatur-Layout einzustellen editiert Ihr die Datei /etc/default/keyboard.

Mit dem nano-Editor also:

sudo nano /etc/default/keyboard

Der Eintrag für das Deutsche Layout muß dann in diese Datei:

XKBLAYOUT="de"

Danach: Neustart und fertig !

Troubleshoot: Linux Mint - Softwarecenter lässt sich nicht öffnen

 

Das Linux-Mint Softwarecenter lässt sich nicht öffnen und die Systemupdates funktionieren nicht

Abhilfe ist hier einfach:

Menü --> Anwendungspaketquellen --> Wartung --> MergeList-Probleme beheben

danach

Zwischenspeicher erneuern im selben Fenster. Das war's !

VCD oder SVCD iso in mp4 umwandeln

VCD oder SVCD iso in mp4 umwandeln

Auf meiner NAS-Platte hatte ich noch einige iso-Dateien uralter Urlaubsfilme. Diese hatte ich - bei meinen ersten "Videoschnitt-Gehversuchen" als VCD bzw. SVCD erstellt, einen DVD-Brenner hatte mein PC damals noch nicht. Im Gegensatz zur DVD-iso spielt der VLC-Player von diesen (S)VCD-iso-Dateien leider nur den Ton ab. Wenn ich versuche, das iso-file zu mounten, kann ich keinen Inhalt sehen. Ich wollte die alten Dateien also irgendwie umwandeln. Meine Lösung hierzu: ein virtuelles CD-Laufwerk !

Für Linux gibt es das Programm "gCDEmu" (CDEmu mit GUI). Einmal installiert und gestartet  taucht ein neues icon in der Mint-Taskleiste auf:

Ihr klickt auf das icon und auf "New Device" dann taucht das "Device #00:Empty" auf. Hier müsst Ihr dann nochmal klicken und für das Device mit "Load" ein iso-file auswählen:

In meinen Fall ist es ein nrg-file, das kommt daher, dass ich die Datei damals mit dem Nero-Brennprogramm erstellt habe. Nrg-Dateien entsprechen aber iso-Dateien - das ist also kein Problem:

Jetzt habt Ihr eine "virtuelle CD" mit Eurer Image-Datei "eingelegt".

Ihr merkt Euch jetzt die Laufwerksbezeichung (hier: /dev/sr1) :

Jetzt startet Ihr den VLC-Player.

Den "Konvertieren/Speichern"-Dialog öffnet Ihr mit "STRG+R".

Ihr klickt dann auf Medium, bei "Disc-Selection" klickt Ihr auf "SVCD/VCD" und bei "Disc device" tragt Ihr Euer virtuelles CD-Laufwerk von oben ein:

Jetzt klickt Ihr auf Konvertieren/Speichern und gebt eine Zieldatei an (irgendwas.mp4) und schon konvertiert der vlc-Player Eure (S)VCD-iso in eine gängige mp4-Datei !